Solsemhöhle

Wohnplatz und Opferstätte aus dem Steinzeitalter mit gut bewahrten Felszeichnungen. Sie wurde 1912 von auf Leka lebenden Personen entdeckt und ein Jahr später von Archäologen untersucht.

Die Solsemhöhle liegt ca. 70 m über dem Meeresspiegel und ca. 1300 m vom Strand entfernt. Sie entstand durch Kalkauswaschungen, erstreckt sich ca. 40 m in den Fels und ist 7 - 8 m hoch.

Im Inneren der Höhle befindet sich eine ca. 80 cm hohe und ca. 5,30 m lange altarähnliche Terrasse. Auf beiden Seiten dieses „Altars" findet man verschiedene Zeichnungen:

Ein Sonnenkreuz, das auf jeder Seite von 12 weiblichen und männlichen Menschenfiguren umgeben ist.

Auf der linken Seite des Sonnenkreuzes sind die Figuren in zwei Reihen angeordnet. Sie halten einander an den Händen. An der rechten Felswand sind die Figuren nicht in Reihen gemalt (s. Abbildung).

Die Zeichnungen wurden mit roter Farbe, die wahrscheinlich aus zermahlenem Gestein und Tierblut hergestellt wurde, auf die Felswände aufgetragen.

Am Boden der Solsemhöhle lag eine dicke Erdschicht, in der man Knochen von Tieren und Menschen (Erwachsene und Kinder) fand. U.a. auch Knochenreste von Ziegen, Pferden, Ottern, Seehunden, Rindern und auch Vögeln und Fischen.

Spätere Untersuchungen weisen auf ein Alter von ca. 4000 Jahren hin! Dies ist der älteste nachgewiesene Fund von Pferdeüberresten (sibierische Rasse) in Nord-Europa. Zusätzlich fand man noch Werkzeuge und Geräte aus Knochen und Steinen, ein Trinkhorn aus Knochen und einen Schmuckgegenstand aus Knochenmaterial, der den schon lange ausgestorbenen Geir-Vogel darstellt.

Es existieren drei Theorien über den Gebrauch der Höhle:

1. Wohnstätte

2. Opferplatz für damals übliche Zeremonien. Vielleicht auch zum Opfern von Tieren als auch Menschen. Das Sonnenkruez weist deutlich auf den religiösen Hintergrund hin. Die Opfertheorie wird weiterhin dadurch unterstützt, daß man fünf Feuerstellen gefunden hat. Alle diese Feuerstellen wurden benutzt. Kohlereste zeigen, daß Kiefernholz als Brennmaterial benutzt wurde.

3. Zufluchtsort in Kriegszeiten.